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Worum geht es?

In der Bochumer Innenstadt und den angrenzenden Bereichen ist das Angebot an öffentlichen und privaten Stellplätzen knapp. Die für Innenstädte typische Mischung von Wohnen, Gewerbe, Freizeiteinrichtungen und Arbeitsstätten erzeugt gleichzeitig hohen Parkbedarf. Die entstehenden Parksuchverkehre belasten die Gebiete mit Lärm und Abgasen und erschweren den Verkehrsablauf für alle Verkehrsteilnehmer.

Die beschriebene Situation soll mit einem strategischen Gesamtkonzept verbessert werden. Dieses Konzept wird derzeit für den erweiterten Innenstadtbereich erstellt. Bei der Konzepterstellung sollen die Nutzer des Straßenraums mit einbezogen werden. Das Parken auf den öffentlichen Straßen soll nicht nur neu geregelt werden, es soll auch ein Beitrag geleistet werden, die Lärm- und Schadstoffbelastung in der Innenstadt zu reduzieren.

Hauptziel für die Innenstadt und vor allem für die Randbereiche der Innenstadt ist es, das Wohnen zu stärken, ohne die Erreichbarkeit für Beschäftigte und BesucherInnen zu beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang sollen auch die Parksuch- sowie Verdrängungsverkehre vermindert werden.

Die bereits durchgeführte Analyse der Stellplätze im öffentlichen Straßenraum zeigt im Innenstadtbereich sowie an stark frequentierten Zielen, zu denen auch die innenstadtnahen Klinikstandorte gehören, vor allem tagsüber eine hohe Auslastung. Stark nachgefragte Stellplätze im öffentlichen Straßenraum sollen daher nicht mehr, wie heute noch weit verbreitet, kostenlos und/oder zeitlich unbegrenzt zur Verfügung gestellt werden. Dies ist, da die Standorte alle gut mit dem ÖPNV erreicht werden können, auch nicht erforderlich. Darüber hinaus stehen an allen Standorten Parkhäuser zur Verfügung.

Den Handlungsansätzen und Zielen folgend sollen die Bewirtschaftung des öffentlichen Straßenraums mit Parkschein und Parkscheibe sowie Bewohnerparkzonen erweitert werden. Bereits bestehende Regelungen werden beibehalten.

Das Gesamtkonzept für den ruhenden Verkehr soll in mehreren Stufen umgesetzt werden. Es soll dabei regelmäßig überprüft werden, so dass nachgesteuert werden kann. Auch auf allgemeine Entwicklungen des Mobilitätsverhaltens kann reagiert werden.

Die auf dieser Internetseite beschriebenen Maßnahmenvorschläge der Stufe 1 sollen vor allem die Wohnfunktion im unmittelbaren Umfeld der Innenstadt (Gleisdreieck) sowie den Kliniken stärken. Die Stadtbereiche sollen dennoch für Beschäftigte und Besucher gut erreichbar sein. Eine Anhebung der Parkgebühren oder ein Wegfall von Stellplätzen für andere Nutzungen wie z.B. Wohnumfeldverbesserungen ist für die 1. Stufe nicht vorgesehen. Die Parkzone der höchsten Gebührenstufe wird entsprechend der bestehenden Nachfrage ausgedehnt.

Neben dem Mittel der Parkraumbewirtschaftung kann der bestehende Parkdruck dadurch reduziert werden, dass mehr umweltfreundliche Verkehrsmittel, insbesondere der öffentliche Verkehr, das Rad oder auch zu Fuß, benutzt werden.

In der geplanten Umsetzungsstufe 2 soll die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft und das Konzept gegebenenfalls optimiert werden. Diese Prüfung, bei der Verdrängungsverkehre und die Wirksamkeit der Maßnahmen im Vordergrund stehen, soll etwa 1-2 Jahre nach Einführung der Stufe 1 durchgeführt werden. Bis dahin haben alle Nutzer der öffentlichen Straßen Zeit, um sich auf das veränderte Angebot einzustellen.

Die geplante Umsetzungsstufe 3 sieht eine erneute Anpassung an Entwicklungstrends vor und ist insbesondere als Lenkungs- und Förderungsinstrument für ein umweltverträgliches Mobilitätsverhalten zu verstehen. Dies wird bereits in den Stufen 1 und 2 eingeleitet, jedoch werden dabei andere Schwerpunkte gesetzt. Die aktuelle dynamische Entwicklung, z.B. durch Verbreitung von elektrisch unterstützten Fahrrädern (Pedelecs, e-bikes) oder auch die veränderte Nutzung von Verkehrsmitteln kann dazu führen, dass der öffentliche Straßenraum anders genutzt wird. Dies kann etwa für andere Nutzungen und die Steigerung der Aufenthaltsqualität erforderlich werden. Auch die Ausstattung mit Fahrrad-Parkplätzen in der Innenstadt muss noch verbessert werden. Liegt eine Nutzungskonkurrenz für einzelne Teilflächen in den Straßen vor, können dann gegebenenfalls die Flächen für den ruhenden Pkw-Verkehr verringert werden.